Medien

Im Vergleich zu Medien anderer Länder gelten die japanischen Massenmedien als vergleichsweise zahm. Häufig verzichten diese bei heiklen Themen auf eindeutige Stellungnahmen. Kritik an der Regierung wird im Rahmen freiwilliger Selbstbeschränkung kaum oder nicht geübt. Die Aufgabe der Kontrolle und des Kritisierens übernehmen mitunter japanische Wochenmagazine, oder die Boulevard-Presse. 

Eine Besonderheit der japanischen Medienlandschaft sind „Presseclubs“, die Behörden und Unternehmen angegliedert sind. Die dort arbeitenden Reporter werden direkt von der jeweiligen Firma mit Nachrichten und Ansprechpartnern versorgt. Die Unabhängigkeit ihrer Berichterstattung darf bezweifelt werden.

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Zeitungen

Die japanischen Zeitungen zählen zu den auflagenstärksten der Welt, wie die Yomiuri mit etwa 10 Millionen Exemplaren pro Ausgabe. Mehr als 90 Prozent der Zeitungen werden in Japan über ein Abonnement nach Hause oder ins Büro bezogen. Viele verfügen über eine Morgen- und Abendausgabe. Zu den bekanntesten Tageszeitungen gehören die Yomiuri Shimbun, Asahi Shimbun und Mainichi Shimbun sowie die Wirtschaftszeitungen Nihon Keizai Shimbun, kurz Nikkei, und Sankei Shimbun. Darüber hinaus gibt es so genannte Sportzeitungen, die sich auf Sport konzentrieren, aber häufig mit politischen Themen aufmachen und dabei meist eine andere Meinung vertreten als die vorgenannten Mainstream-Medien.

Zeitschriften

Im Gegensatz zum recht überschaubaren Zeitungsmarkt ist der Zeitschriftenmarkt kaum zu überblicken. Pro Jahr werden zwischen vier und fünf Milliarden Zeitschriften in Japan verkauft. Zu den bekanntesten Zeitschriften gehören AERA, Shukan Bunshun und Courrier.

 

Funk und Fernsehen


Rundfunk

Im Vergleich zu Deutschland spielt das Radio für die meisten Japaner eine stark untergeordnete Rolle; der Höreranteil beträgt ein Viertel der Bevölkerung, in Deutschland sind es mehr als dreimal so viele Hörer. Es gibt in Japan nur etwa 90 Radiosender, in Deutschland dagegen mehrere Hundert. Der japanische Mittelwellenbereich liegt wie international üblich bei einer Bandbreite von 530 bis 1600 kHz, der UKW-Bereich findet sich bei 76 bis 90 MHz, so dass Geräte aus dem Ausland nicht verwendet werden können.

Die staatliche Rundfunkanstalt NHK betreibt in ganz Japan Radiostationen. Darüber hinaus gibt es mehrere Privatsender. Im Raum Tokyo ist der größte private Sender J-Wave, der auf Japanisch sendet, und sich wie die meisten japanischen Sender durch einen hohen Anteil an Wortbeiträgen auszeichnet. Der zweisprachige Sender InterFM 897, der im Katastrophenfall Nachrichten in mehreren Sprachen sendet, sendet weniger Wortbeiträge und mehr Musik. 

Fernsehen

Der wichtigste japanische Fernsehsender ist der öffentlich-rechtliche Sender NHK (Japan Broadcasting Corporation). Dieser wird unter anderem über die Beiträge der Gebührenzahler finanziert.

 Seit Ende der 1980er Jahren gingen außerdem viele private Fernsehkanäle auf Sendung, die häufig großen Zeitungsverlagen nahe stehen: Fuji Television (verbunden mit Sankei), Nihon TV (verbunden mit Yomiuri), TBS (verbunden mit Mainichi), TV Tokyo (verbunden mit Nikkei), TV Asahi (verbunden mit Asahi).