Medien

Japan verfügt über die gesamte Bandbreite der modernen Kommunikationsmedien, von traditionellen Printmedien bis zu Internet und Fernsehen. Eine japanische Besonderheit ist die starke Verbreitung von Mobiltelefonen.

Zur Funktion der Medien in Japan ist zu sagen, dass sie viel weniger als in Deutschland kritisieren, aufdecken und als „Vierte Gewalt“ kontrollieren. Es gibt in Japan „Presseclubs“, die Behörden und Unternehmen angegliedert sind. Die dort arbeitenden Reporter warten darauf, dass sie von der jeweiligen Firma mit Nachrichten und Ansprechpartnern versorgt werden. Die meisten Journalisten arbeiten in Japan unter freiwilliger Selbstbeschränkung. Die Medien verzichten bei heiklen Themen auf eindeutige Stellungnahmen. Interessant am japanischen Fernsehen ist, dass vielmehr als in Deutschland mit Bildern gearbeitet wird, von denen große Teile zur Wahrung der Privatsphäre verschwommen gezeigt werden.  

Print

Zeitungen

Mit einer täglichen Auflage von über 70 Mio. Zeitungsexemplaren werden in Japan so viele Zeitungen aufgelegt wie nirgendwo sonst. Unter den 10 größten Zeitungen im Jahr 2005 befanden sich allein sieben japanische Zeitungen mit einer täglichen Auflage zwischen 2,4 Millionen (Tokyo Sports) und 14,1 Millionen (Yomiuri Shimbun, Platz 1). Die deutsche Bild-Zeitung belegte als einzige deutsche Zeitung Platz 6 der Rangliste mit einer Auflage von 3,8 Millionen.  

Von 1.000 Japanern kaufen rund 650 täglich eine Zeitung; in Deutschland sind es nur rund 300 Käufer.

Mehr als 90 Prozent der Zeitungen werden in Japan über ein Abonnement nach Hause oder ins Büro bezogen. Viele verfügen über eine Morgen- und Abendausgabe. Zu den bekanntesten Tageszeitungen gehören die Yomiuri Shimbun, Asahi Shimbun und Mainichi Shimbun sowie die Wirtschaftszeitungen Nihon Keizai Shimbun und Sankei Shimbun.

Weitere Informationen zu den einzelnen Zeitungen finden Sie auf den Webseiten der Asahi Shinbun, Yomiuri oder Nikkei.

Weitere interessante Seiten:

www.dw-world.de/dw/0,,12326,00.html (Deutsche Welle, Deutsch und weitere Sprachen)

news.bbc.co.uk/2/hi/asia-pacific/default.stm (BBC/Asia Pacific, Englisch)

www.japantoday.com (Japan Today, Englisch)

headlines.yahoo.co.jp/hl (Yahoo/News, Japanisch)

  

Zeitschriften

Im Gegensatz zum recht überschaubaren Zeitungsmarkt ist der Zeitschriftenmarkt kaum zu überblicken. Pro Jahr werden zwischen vier und fünf Milliarden Zeitschriften in Japan verkauft.

Bekannte englischsprachige Zeitschriften (leichte Unterhaltung und Veranstaltungstipps):

www.metropolis.co.jp (Metropolis, Englisch)

http://www.seekjapan.jp (Japanzine, Englisch)

Bekannte japanische, anspruchsvollere Zeitschriften:

courrier.jp/contents/index.html (Courrier Japon, Japanisch)

www.fujisan.co.jp/magazine/25/ (AERA, Japanisch)

Funkt und Fernsehen

Rundfunk

Im Vergleich zu Deutschland spielt das Radio für die meisten Japaner eine stark untergeordnete Rolle; der Höreranteil beträgt ein Viertel der Bevölkerung, in Deutschland mehr als dreimal so viel.

Es gibt in Japan nur etwa 90 Radiosender, in Deutschland dagegen mehrere Hundert. Der japanische Mittelwellenbereich liegt wie international üblich bei einer Bandbreite von 530 bis 1600 kHz, der UKW-Bereich findet sich bei 76 bis 90 MHz, so dass Geräte aus dem Ausland nicht verwendet werden können.

Die staatliche Rundfunkanstalt NHK betreibt in ganz Japan Radiostationen. Darüber hinaus gibt es mehrere Privatsender. Im Raum Tokyo ist der größte private Sender J-Wave, der auf Japanisch sendet, und sich – wie die meisten japanischen Sender –durch einen hohen Anteil an Wortbeiträgen auszeichnet. Der zweisprachige Sender 76.1 MHz InterFM, der im Katastrophenfall Nachrichten in mehreren Sprachen sendet, orientiert sich musikalisch wie vom Programmaufbau her an amerikanischen Sendern, d.h. weniger Wortbeiträge und mehr Musik. 

Fernsehen

Es gibt fünf nationale Fernsehsender, darunter auch der staatliche Sender NHK ,der ähnlich wie beim deutschen System der GEZ über die Beiträge der Gebührenzahler finanziert wird. Darüber hinaus gingen seit den 1980er Jahren viele private Fernsehkanäle auf Sendung, die  zumeist den großen Zeitungsverlagen nahe stehen: Fuji Television (verbunden mit Sankei), Nihon TV (verbunden mit Yomiuri), TBS (verbunden mit Mainichi), TV Tokyo (verbunden mit Nikkei), TV Asahi (verbunden mit Asahi).

Derzeit wird unterschieden zwischen terrestrischem, Satelliten- und Kabel-Fernsehen. Im Juli 2011 soll in Japan die Umstellung von terrestrischem auf digitales Fernsehen erfolgen.

Internet

Im Jahr 2008 nutzten über 90 Millionen Japaner das Internet – über 70 Prozent der Bevölkerung. Weltweit liegt Japan damit auf Rang drei, nach China und den USA, gemessen an der Einwohnerzahl. In Deutschland nutzten im gleichen Jahr rund 65 Prozent das Internet; Tendenz in beiden Ländern steigend.

Eine Besonderheit in Japan ist, dass viele Japaner das Internet nicht über den Computer, sondern über ihr Mobiltelefon benutzen, und darauf nicht nur Webseiten ansehen, sondern auch ihre E-mail-Korrespondenz darüber erledigen.

Schnelle DSL und Glasfaser-Internetzugänge sind weit verbreitet – viel mehr als dies in Deutschland oder auch den USA der Fall ist. Die größten Internet-Service Provider sind Yahoo! BB, OCN, @Nifty und Biglobe.

Mobiltelefon

In kaum einem anderen Markt ist die Mobiltelefonie derart fortgeschritten wie in Japan: Internet-Surfen zur Flatrate, Fernsehen, Radio oder MP3s hören, Romane lesen, Barcodes einscannen, hochauflösende Fotos machen, die denen einer Digitalkamera in nichts nachstehen – in Japan kein Luxus, sondern Standard.

In Japan sind beinahe so viele Mobiltelefone im Umlauf, wie Menschen auf dem Archipel leben. 2008 betrug die Zahl über 110 Millionen (Quelle: CIA World Factbook). Dennoch waren dies im Anteil zur Bevölkerung weniger als in Deutschland, wo im gleichen Zeitraum 107 Millionen Mobiltelefone benutzt wurden.

Der japanische Mobilfunkmarkt wird von drei großen Firmen dominiert: NTT Docomo, AU und Softbank (vormals Vodafone). In dem hart umkämpften Markt werden ständig neue Modelle herausgebracht. Sie sind eine Art Statussymbol des Alltags.